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Hier informieren wir den "Normalschützen" über technische Neuerungen (Angaben ohne Gewähr! Bei Unklarheiten bitte Reglemente des SSV konsultieren). Folgende Themen sind bisher hier zu finden: Umrechnungstabelle für die verschiedenen Gewehrkategorien, Theorie zum Jungschützenkurs, Wind. Der Vorstand hat an seiner Sitzung vom 9. Januar 2006 neue Reglemente für die Vereinsmeisterschaften in Kraft gesetzt, welche ab 2006 gelten (Jahresprogramm, Kleine Meisterschaft, Bergpreis). An der Sitzung vom 4. März 2009 wurden die Reglemente des Jahresprogramms (Kategorienwechsel) und der Kleinen Meisterschaft (Einführung zwei Kategorien und Kategorienwechsel) revidiert. Sie gelten ab 2009. Umrechnungstabelle für die verschiedenen GewehrkategorienWenn verschiedene Gewehrkategorien in einer einzigen Rangliste zusammengefasst werden, fühlen sich die Schiessenden mit Armeewaffen gegenüber den Standardgewehrschützen oft benachteiligt. Aufgrund von Untersuchungen von tausenden von Schussbildern durch die SIG Arms AG ergaben sich folgende Gewehrleistungsausweise (nach Heinz Bolliger):
Die Karabiner/Langgewehre können erfahrungsgemäss in die Kategorie Stgw90 zugewiesen werden. Diese dient als Basis für die Umrechnung von Resultaten:
Tabellarisch ergeben sich beispielsweise für 10 Schüsse auf A10 folgende Umrechnungen:
Theorie zum JungschützenkursDie SG Steinerberg führt jährlich den Jungschützenkurs durch und bietet damit jugendlichen Damen und Herren eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung in einem attraktiven Sport. Wir vermitteln die Grundausbildung im Sturmgewehr-Schiessen, welche als Basis für das sportliche Schiessen dient. Wir fördern damit unseren eigenen Nachwuchs und bereiten die Jugendlichen nicht zuletzt auf die Waffenausbildung in der Rekrutenschule vor. Kosten Der Jungschützenkurs ist grundsätzlich gratis, da die Kosten von Bund, Verein und Privaten übernommen werden. Die freiwillige Teilnahme an Schiessanlässen ausserhalb des Kurses und die Munition für Übungsschiessen ist (teilweise) selber zu berappen. An die Teilnahme von Grossanlässen spendet der Verein jeweils massgebliche Beiträge. persönliche Ausrüstung Die Jungschützin und der Jungschütze muss verschiedene persönliche Gegenstände selber zum Schiessen mitbringen: warme, bequeme Kleidung (keine Sonntagshosen); gut sitzende, nicht dehnbare Jacke (auch im Sommer); gutes Schuhwerk (keine Badeschlappen), Taschenmesser für die Korrekturen am Visier, evtl. Stirnband für die Abdeckung des nichtzielenden Auges (mittels Karton). Natürlich setzen wir voraus, dass auch genügend Zeit, Lern- und Leistungsbereitschaft, Disziplin, Flexibilität, Kondition und körperliche Fitness sowie eine positive Grundeinstellung und positives Denken "mitgebracht" wird. leihweise Ausrüstung Die Jungschützin und der Jungschütze erhalten bei Kursbeginn ein Sturmgewehr 90. Dafür ist sie/er selber verantwortlich (sorgfältiger Umgang, Sauberkeit/Reinigung, Schutz gegen Diebstahl und Beschädigung, keine Gefährdung Dritter etc.). Kursleitung Der Jungschützenkurs wird von Toni Schuler, Chornacherstrasse 4, 6416 Steinerberg, Telefon 041 832 23 54 geleitet. Ihm stehen weitere Hilfspersonen bei Bedarf zur Verfügung. Kursablauf Die meisten Schiessen innerhalb des Kurses finden auf dem Schiessstand in Steinerberg statt. Es gibt jedoch auch überregionale Anlässe. Einzelheiten werden jedem Teilnehmer zu Beginn des Kurses mitgeteilt. Das Programm kann aber auch hier angesehen werden. Allgemeine Informationen zum Sturmgewehr 90 (Stgw90)
Das Stgw90 kann umgehängt und der Kolben kann umgeklappt werden. Aber: es ist verboten, mit eingeklapptem Kolben den Stand zu betreten! Der Sicherungshebel lässt die Stellungen S (gesichert), 1 (Einzelfeuer), 3 (3-Schuss-Automatik) und 20 (Seriefeuer) zu. Aber: es ist verboten, im Stand mit dem Sicherungshebel auf den Stellungen 3 und 20 zu schiessen (kein Seriefeuer im Stand)! Im Pistolengriff befindet sich eine Ladehilfe für das Abfüllen der Munition in das Magazin. Im Magazin haben 20 Patronen platz. Eine Aneinanderreihung der Magazin ist möglich (maximal 3). Die Waffe lädt automatisch (mit Gasdruck). Waffen (und Munition) müssen in einem trockenen, abgeschlossenen und für Drittpersonen nicht betretbaren Raum innerhalb der Wohnung aufbewahrt werden. Durch eine Ladebewegung gelangt eine Patrone aus dem Magazin in das Verschlussgehäuse. Über den entsicherten Abzug kann geschossen werden. Der Schlaghammer löst über den Zündstift den Schuss aus. Ein Teil des Gasdruckes entweicht über die Gasdüse in das Gasrohr. Dabei schnellt mit der Gasstange der Verschluss nach hinten. Die Hülse wird ausgeworfen und eine neue Patrone wird automatisch geladen. Munition
Die 5,6 mm Gewehrpatrone 90 (GP90) setzt sich aus Geschoss, Treibladung und Hülse zusammen. Das Geschoss besteht aus einem Bleikern, der von einem Stahlmantel umfasst wird. Die Treibladung besteht aus rauchschwachem Pulver. Die Hülse ist aus Messing. Im Hülsenboden ist eine Zündkapsel eingesetzt. Das Durchschlagvermögen as 300 m Entfernung: Tannenholz 70 cm, Ackererde 35 cm, Sand 17 cm und Stahlblech 0,6 cm. Die Patrone wiegt 12.7 gr. Durch die sechs Züge im Lauf des Stgw90 wird das Geschoss ca. 1150 mal gedreht, ehe es in der Scheibe einschlägt. Es ist ca. 0,6 sek unterwegs. Verhalten im Schiessstand Vor dem Betreten des Standes Kolben ausklappten, Magazin entfernen, Verschluss öffnen und arretieren (Achtung: die Waffe nicht brüsk abstellen, sonst löst sich der arretierte Verschluss wieder), Seriefeuersperre auf "ein" (weisser Punkt muss sichtbar sein), Waffe sichern (Sicherungshebel auf Stellung S), Nachtkorn abklappen, Gasdüsenstellung auf senkrecht, Abzugsbügel senkrecht, Gehörschutz auf, Visier auf "rot 3". Im Stand Lauf entfetten (um Laufblähungen zu vermeiden), Laufkontrolle (Lauf muss frei sein), Waffe in Gewehrrechen stellen (Beachte nochmals: Magazin weg, Verschluss offen, gesichert und Abzugbügel senkrecht), Gehörschutz auf (Ohropax zusätzlich zum Schalengehörschutz sind empfehlenswert, besonders bei "Feuerscheue"), ruhiges und überlegtes Verhalten, Ordnung halten, Manipulation nur Richtung Zielhang (nie Richtung Menschen!), geladen wird nur auf dem Läger, jedes Gewehr ist als geladen zu betrachten, bis man sich selber durch eine Entladekontrolle vom Gegenteil überzeugt hat. Entladekontrolle Verschluss offen, keine Patrone im Patronenlager, Waffe gesichert, Magazin leer. Scheibenkenntnis Scheibenstand
Die Scheiben befinden sich ca. 300 m vom Schiessstand entfernt. Scheibenarten
Wir unterscheiden zwei Scheibenarten: Scheibe A (links) und Scheibe B (rechts).
Trefferanzeige
Die Treffer werden neben dem Schützenläger auf dem Monitor (links) angezeigt und vom Drucker beim Warnertisch (rechts) ausgedruckt. Auf dem Drucker beim Warnerpult können die Einstellungen für verschiedenen Scheiben, Schiessprogramme, Anzeigen etc. eingestellt werden. Die Trefferanzeige auf dem Monitor zeigt die Wertung des soeben erzielten Schusses in der Wertung des eingestellten Programmes (in der Mitte: hier z. B. eine Fünf) und 100er-Wertung (rechts: hier z.B. ein Hunderter, also ziemlich im Zentrum), die Schusslage (mittels Leuchtdioden auf dem LED-Kreis: hier z.B. leicht links unten), der wievielte geschossene Schuss im Programm (links: hier z.B. der sechste Schuss) sowie die Wertung des eingestellten Programmes (unten rechts: hier z.B. 5er-Wertung). Unten links würde angezeigt, wenn von einer anderen Scheibe auf diese Scheibe geschossen worden wäre. Solche Scheibenfehler werden selbstverständlich auf der getroffenen Scheibe nicht gewertet. Dem Schütze, welcher auf die falsche Scheibe schiesst, wird eine Null geschrieben! Warnerdienst Die Warner haben verschiedene Aufgaben. Sie betreuen den Schützen, Spannen die Standblätter in den Drucker ein, wählen die richtigen Schiessprogramme und behalten das Umfeld um den Scheibenstand im Auge (Warnung für Unterbruch). Stellung Im Jungschützenkurs wird ausschliesslich liegend mit ausgeklappter Zweibeinstütze geschossen. Der Körper ist dabei gerade und entspannt, in der Verlängerung der Waffe, Beine gespreizt. Die "schiessende Hand" bzw. Abzugshand umfasst den Pistolengriff, die andere Hand z.B. das Magazin oder den Gewehrkolben. Damit eine möglichst konstante und während dem Schiessen unveränderte Stellung beibehalten werden kann, sollten mit der Abzugshand keine "Manipulationen" ausgeführt werden. Es ist weiter darauf zu achten, dass das Gewehr nicht "verkantet" wird (schräg zur Waffenachse), da sich dabei leichte Treffpunktverlagerungen ergeben. Die Ellbogen sind dabei so nach aussen oder innen zu verändern, damit das Gewehr ohne zu drücken ins Scheibenzentrum zielt. Die Distanz zwischen Auge und Visier sollte ca. eine Handbreite betragen. Der Kopf ist möglichst aufrecht zu halten mit Blickrichtung geradeaus (ungehinderte Durchblutung). Das nicht zielende Auge sollte offen gehalten werden können. Zu diesem Zweck ist es mit einer Blende abzudecken. Behelfsmässig genügt ein Stirnband mit Karton. Manipulationen, Schussabgabe Laden
Schussabgabe, Zielen
Auf die Scheibe A wird in der Regel "Schwarz sechs" geschossen (6 Uhr auf dem Zifferblatt) und auf der Scheibe B in der Regel "Fleck" (Scheibenzentrum). Nach den neuen Grundlagen für die Jungschützenausbildung wird auf die Scheibe A nicht mehr "Schwarz sechs" sondern "Fleck" geschossen. In der Schiessausbildung haben wir die Erfahrung gemacht, dass mit "Schwarz sechs" im Durchschnitt die besseren Resultate erzielt werden. Der Jungschütze kann im Kurs die verschiedenen Varianten ausprobieren und die ihm am besten dienende auswählen.
Entladen Bei verlassen des Stgw immer entladen (auch wenn nur kurzzeitig).
Vor verlassen des Standes Patronen aus Magazin entfernen und Patronen an Leiter zurückgeben. Nachladen Vorgehen bei ausgeschossenem Magazin:
Störungen Sobald das Stgw infolge einer Störung nicht mehr schiesst, ist folgendermassen vorzugehen:
sofern die Waffe immer noch nicht funktioniert:
Visierkorrekturen Für die Korrekturen ist ein Sackmesser bereitzuhalten.
Waffenreinigung
Waffensprays eignen sich hervorragend für die Waffenpflege, insbesondere nach einem externen Schiessanlass, wo die Waffenreinigung nicht durchgeführt werden kann, sind mindestens die Gasdüse, das Gasrohr und der Lauf mit Waffenöl einzusprayen (so kann nachträglich gereinigt werden, ohne dass die korrosiven Rückstände des Schiesspulvers reagieren können). Zerlegen der Waffe
Zusammensetzen der Waffe Grundsätzlich in umgekehrter Reihenfolge, es ist darauf zu achten, dass:
Funktionskontrolle Die Funktionskontrolle ist nach jeder Zerlegung durchzuführen.
Tipps Mentales Eine positive Einstellung ist Grundvoraussetzung jedes sportlichen Tuns. Schiessen ist harte Kopfarbeit und reine Konzentrationssache. Für die Schussabgabe muss es egal sein, welchen Schuss ich kurz zuvor geschossen habe. Es darf auch nicht nachgedacht werden, was für einen Schuss ich jetzt schiessen werde oder welches Resultat am Schluss herauskommt, oder welches Resultat mein Kollege geschossen hat etc. Die volle Konzentration gilt einzig und allein der Schussabgabe. Wer vor betreten des Schiessstandes schon denkt, dieser Stand liegt mir nicht, die Sonne scheint wieder einmal voll auf die Scheibe, der Wind drückt die Schüsse sicher wieder weiss nicht wohin; der ist schon vor Schiessbeginn der Verlierer. Denke positiv, es gelten für alle die gleichen Bedingungen, nur was Du daraus machst ist wichtig. Denke: jetzt erst recht, ich werde mich voll konzentrieren, ich kann mit diesen Bedingungen gut umgehen, ich stelle mich darauf ein und reagiere richtig etc. Vorbereitung
Nervosität
Kollegiales, Grundsätze zum Schiessen
WindDer Wind hat massiven Einfluss auf die Schusslage. Je nach Kaliber und Waffe kann dieser grösser oder geringer sein. Nachfolgend einige Hilfstabellen: Winderkennung und -Bestimmung
Windtabelle für Sturmgewehr 90: Distanz 300 m
Windtabelle für Sturmgewehr 57, Karabiner/Langgewehr, Standardgewehr: Distanz 300 m
Rechtsdrall Durch den Rechtsdrall im Lauf verändert sich die Schusslage bei Querwind (sog. Magnus-Effekt).
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Stand: 29. November 2011 |